Das Projekt doing AGENCY (Kihm 2025) untersucht, wie durch Interaktionsprozesse beim Offenen Experimentieren (Peschel 2016) Selbstbestimmung ausgehandelt wird. Dem sozialwissenschaftlichen AGENCY-Ansatz (Raitelhuber 2012) folgend, wird Selbstbestimmung hierbei nicht individualpsychologisch operationalisiert, sondern als soziale Komponente der Aushandlung zwischen Grundschüler*innen und Lehrpersonen verstanden.
Mittels Grounded Theory Methodologie (GTM) wurden (bislang) Beobachtungsdaten des Offenen Experimentierens im Grundschullabor für Offenes Experimentieren analysiert und interpretiert. Dabei lag der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen dem Experimentierhandeln der Schüler*innen und den pädagogisch-didaktischen Interventionen der Lehrpersonen.
Die (bisherigen) Analysen und Interpretationen zeigen einerseits, wie Grundschüler*innen eigene, teilweise unkonventionelle Zugänge zu naturwissenschaftlichen Phänomenen entwickeln.
Andererseits wird deutlich, wie diese individuellen Zugänge durch v. a. nonverbale Interventionen und implizit kommunizierte Erwartungshaltungen der Lehrpersonen beeinflusst werden.
Neben der persönlichen Offenheit der Lehrperson, die sich über Kommunikationsprozesse rekonstruieren lässt, wurden die kontextuellen Bedingungen als wesentliche Elemente von Öffnung beim Experimentieren rekonstruiert.
Insgesamt wird mit dem Projekt für ein differenziertes Verständnis von ‚Offenheit‘ und ‚Selbstbestimmung‘ in der Didaktik des Sachunterrichts plädiert.



